Beschreibung
Die Cappella dei Magi ist ein kleiner Raum im Piano nobile des Palazzo Medici Riccardi in Florenz, der ganz von einem Freskenzyklus von Benozzo Gozzoli aus dem Jahr 1459 bedeckt ist. Sie war die Privatkapelle der Medici und ist das Meisterwerk des Malers.
Drinnen hat man den Eindruck, in einem fensterlosen Raum zu stehen, in dem ein endloser Festzug vorbeizieht: Pferde, Jäger, Leoparden, Falken und Dutzende Gesichter. Es sind die Heiligen Drei Könige, zumindest auf dem Papier. In Wirklichkeit sind es die Medici und ihre Verbündeten.
Der Zug der Heiligen Drei Könige erstreckt sich über drei Wände, zwischen Burgen, Jagdszenen und fantastischen Pflanzen. Man glaubt, den Zug aus einer Straßenkurve heraus zu beobachten, während er ringsum vorüberzieht. Pflanzen und Tiere sind so realistisch gemalt, dass sie die Botanik und Zoologie der Zeit dokumentieren.
Der religiöse Vorwand diente einer politischen Botschaft. Der Zug erinnert an die Durchreise von Papst Pius II. durch Florenz im Jahr 1458 auf dem Weg nach Mantua, mit Fürsten und Herren im Gefolge. Deshalb feiert das Werk die Macht der Familie mehr als die Frömmigkeit.
Auf der Wand rechts vom Altar reiten Cosimo der Ältere und sein Sohn Piero auf zwei Maultieren, angeführt von einem jungen Mann auf einem Schimmel, vielleicht einem idealisierten Lorenzo il Magnifico. Dahinter folgen Sigismondo Malatesta, Herr von Rimini, und Galeazzo Maria Sforza aus Mailand.
Weiter hinten ziehen Philosophen und Humanisten vorbei, darunter Marsilio Ficino, und byzantinische Würdenträger mit langen Bärten. An der Südwand ist der bärtige Mann auf dem Schimmel Kaiser Johannes VIII. Palaiologos. An der Westwand hat Giuliano de' Medici einen gefleckten Leoparden auf seinem Pferd.
Im Gedränge hat sich auch der Maler selbst verewigt. Wie findet man ihn? Er schaut direkt zum Betrachter, und sein Name steht auf dem roten Hut: „Opus Benotii“, Werk des Benozzo. Das war der Rat von Leon Battista Alberti.
In der Apsis, um den Altar, singen zwei Engelschöre im Stil von Fra Angelico, Benozzos Lehrmeister. Den Rahmen bilden der Boden aus farbigem Marmor, die vergoldete Decke und das Holzgestühl mit Einlegearbeiten nach Entwurf von Giuliano da Sangallo.
Das Altarbild ist eine Kopie vom Ende des 15. Jahrhunderts nach der Anbetung des Kindes von Filippo Lippi: Das Original befindet sich heute in Berlin. Die Kapelle gehörte zu den ersten Ausschmückungen des gerade von Michelozzo fertiggestellten Palastes und hat keine Fenster.
Nicht verpassen
• Die Wand der Medici.
• Der Leopard von Giuliano de' Medici.
• Benozzos Selbstbildnis auf dem Hut.
• Die Engelschöre.
Schon gewusst?
• Die drei Mädchen zu Pferd sollen die Schwestern von Lorenzo il Magnifico sein: Nannina, Bianca und Maria.
• Der heutige Eingang ist eine im 17. Jahrhundert abgeschnittene Ecke, um Platz für die Haupttreppe zu schaffen.
Drinnen hat man den Eindruck, in einem fensterlosen Raum zu stehen, in dem ein endloser Festzug vorbeizieht: Pferde, Jäger, Leoparden, Falken und Dutzende Gesichter. Es sind die Heiligen Drei Könige, zumindest auf dem Papier. In Wirklichkeit sind es die Medici und ihre Verbündeten.
Der Zug der Heiligen Drei Könige erstreckt sich über drei Wände, zwischen Burgen, Jagdszenen und fantastischen Pflanzen. Man glaubt, den Zug aus einer Straßenkurve heraus zu beobachten, während er ringsum vorüberzieht. Pflanzen und Tiere sind so realistisch gemalt, dass sie die Botanik und Zoologie der Zeit dokumentieren.
Der religiöse Vorwand diente einer politischen Botschaft. Der Zug erinnert an die Durchreise von Papst Pius II. durch Florenz im Jahr 1458 auf dem Weg nach Mantua, mit Fürsten und Herren im Gefolge. Deshalb feiert das Werk die Macht der Familie mehr als die Frömmigkeit.
Auf der Wand rechts vom Altar reiten Cosimo der Ältere und sein Sohn Piero auf zwei Maultieren, angeführt von einem jungen Mann auf einem Schimmel, vielleicht einem idealisierten Lorenzo il Magnifico. Dahinter folgen Sigismondo Malatesta, Herr von Rimini, und Galeazzo Maria Sforza aus Mailand.
Weiter hinten ziehen Philosophen und Humanisten vorbei, darunter Marsilio Ficino, und byzantinische Würdenträger mit langen Bärten. An der Südwand ist der bärtige Mann auf dem Schimmel Kaiser Johannes VIII. Palaiologos. An der Westwand hat Giuliano de' Medici einen gefleckten Leoparden auf seinem Pferd.
Im Gedränge hat sich auch der Maler selbst verewigt. Wie findet man ihn? Er schaut direkt zum Betrachter, und sein Name steht auf dem roten Hut: „Opus Benotii“, Werk des Benozzo. Das war der Rat von Leon Battista Alberti.
In der Apsis, um den Altar, singen zwei Engelschöre im Stil von Fra Angelico, Benozzos Lehrmeister. Den Rahmen bilden der Boden aus farbigem Marmor, die vergoldete Decke und das Holzgestühl mit Einlegearbeiten nach Entwurf von Giuliano da Sangallo.
Das Altarbild ist eine Kopie vom Ende des 15. Jahrhunderts nach der Anbetung des Kindes von Filippo Lippi: Das Original befindet sich heute in Berlin. Die Kapelle gehörte zu den ersten Ausschmückungen des gerade von Michelozzo fertiggestellten Palastes und hat keine Fenster.
Nicht verpassen
• Die Wand der Medici.
• Der Leopard von Giuliano de' Medici.
• Benozzos Selbstbildnis auf dem Hut.
• Die Engelschöre.
Schon gewusst?
• Die drei Mädchen zu Pferd sollen die Schwestern von Lorenzo il Magnifico sein: Nannina, Bianca und Maria.
• Der heutige Eingang ist eine im 17. Jahrhundert abgeschnittene Ecke, um Platz für die Haupttreppe zu schaffen.